Ein gemütliches Kinderzimmer im warmen Licht einer Nachttischlampe, in dem ein kleiner Adler aus Plüsch auf dem Kissen sitzt

Wie ein Kuscheltier-Adler zwei Welten im Kinderzimmer verbindet

Drita Berisha
Drita BerishaWinterthur

Përrallë, so sagen wir Märchen. Aron hat letzte Woche im Kindergarten versucht, dieses Wort seinen Freunden beizubringen. Das Ergebnis klang eher nach einem Niesen, aber der Wille war da. Bei uns zu Hause in Winterthur fliessen beide Sprachen ganz natürlich ineinander. Wir essen Fondue und am nächsten Tag Flija. Wir feiern den ersten August mit Raketen und tanzen an Hochzeiten stundenlang zur Musik aus dem Kosovo. Für mich ist das völlig normal, aber für Aron ist es manchmal ein kleiner Balanceakt.

Besonders am Abend, wenn die vielen Eindrücke des Tages verarbeitet werden müssen, merke ich das. Dann kommen die Fragen. Warum redet Oma anders als die Frau im Kindergarten? Warum haben wir so viele Cousins, die immer laut sind? In diesen Momenten braucht Aron etwas, das ihm Halt gibt und beide Welten zusammenbringt. Und hier kommt Shqiponja ins Spiel.

Shqiponja ist Arons Kuscheltier. Ein Plüschadler, der schon etwas zerzaust aussieht, aber ohne den abends absolut gar nichts geht. Er ist nicht einfach nur ein Kuscheltier. Er ist Arons treuester Begleiter und ein Symbol für seine Wurzeln.

Meine Schwiegermutter sagt immer: “Ein Kind braucht Wurzeln und Flügel.” Genau das verkörpert Shqiponja für uns. Wenn Aron abends im Bett liegt und seinen Adler fest im Arm hält, dann weiss er, dass er geborgen ist. Egal, ob wir gerade Schweizerdeutsch oder Albanisch miteinander sprechen.

Als wir Märchenzauber entdeckten, wusste ich sofort, dass wir das ausprobieren müssen. Ein Foto von Shqiponja hochzuladen und ihn zur Hauptfigur einer personalisierten Gutenachtgeschichte zu machen, klang fast zu schön, um wahr zu sein. Aber es hat funktioniert. Die App gestaltet aus dem Foto von Arons Adler wundervolle Abenteuer, die wir abends gemeinsam lesen. Zwischen zwei Welten haben wir schon öfter unsere Erfahrungen mit Geschichten geteilt, aber diese neue Art des Vorlesens hat alles verändert.

In diesen Geschichten ist Shqiponja mutig, schlau und hilft anderen Tieren. Er fliegt über hohe Berge, die verdächtig nach den Alpen oder den Bergen im Kosovo klingen. Er besucht grosse Familienfeiern im Tierreich, wo alle durcheinanderreden und gemeinsam essen. Aron erkennt sich und unsere Familie in diesen Geschichten wieder. Das Kuscheltier wird zum Helden und Aron fühlt sich dadurch stark.

Es ist faszinierend zu sehen, wie sehr sich Warum Kuscheltiere so wichtig sind in unserem Alltag bestätigt. Shqiponja gibt Aron die Sicherheit, die er braucht, um die Welt zu entdecken und seine Identität zu finden. Die Geschichten von Märchenzauber helfen uns dabei, Themen wie Familie, Zusammenhalt und Vielfalt auf eine kindgerechte Art und Weise zu besprechen.

Einmal erzählte die Geschichte davon, wie Shqiponja einem kleinen Bären half, der sich im Wald verirrt hatte. Der Bär sprach eine andere Tiersprache, aber Shqiponja fand einen Weg, sich mit ihm zu verständigen. Aron hörte gebannt zu und sagte am Ende: “So wie ich mit Luca im Kindergarten!” Luca ist neu aus Italien in Arons Gruppe gekommen und spricht noch kein Deutsch. Durch die Geschichte mit Shqiponja hat Aron verstanden, dass man keine gemeinsame Sprache braucht, um Freunde zu sein und sich gegenseitig zu helfen.

Diese Momente sind Gold wert. Sie zeigen mir, dass wir mit Märchenzauber nicht nur eine App gefunden haben, die uns beim Einschlafen hilft. Wir haben ein Werkzeug gefunden, das Arons emotionale Entwicklung unterstützt und ihm hilft, seine Rolle in unseren zwei Kulturen zu finden. Wenn ich sehe, wie er abends friedlich mit Shqiponja im Arm einschläft, weiss ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Abendroutine mit Brummi bei Lena zeigt ja auch, wie wichtig diese Rituale sind.

Für alle Eltern, die ihre Kinder mehrsprachig erziehen oder in zwei Kulturen aufwachsen lassen, kann ich nur empfehlen, solche Ankerpunkte zu schaffen. Ein Kuscheltier, das beide Welten verbindet. Rituale, die Sicherheit geben. Und Geschichten, in denen sich die Kinder wiederfinden können. Es muss nicht immer kompliziert sein. Oft reicht schon ein zerzauster Plüschadler und ein bisschen Fantasie, um einem Kind die Welt zu erklären.

Und wer weiss, vielleicht lernt Luca im Kindergarten ja bald, wie man Përrallë richtig ausspricht. Dank Aron und Shqiponja.

Manchmal frage ich mich, wie meine Eltern das damals gemacht haben, als wir frisch in der Schweiz waren. Damals gab es keine Apps, keine personalisierten Geschichten auf Knopfdruck. Sie haben abends oft auf der Bettkante gesessen und frei erzählt. Von dem Dorf im Kosovo, von den Tieren auf dem Feld, von den Abenteuern, die sie als Kinder erlebten. Diese Erzähltradition ist tief in mir verankert. Wenn ich Aron heute abends Märchenzauber vorlese, habe ich oft das Gefühl, ein Stück dieser Tradition weiterzugeben, nur eben modernisiert und mit seinem geliebten Shqiponja als Dreh- und Angelpunkt.

Vor ein paar Wochen waren wir auf einer riesigen Familienfeier in Zürich. Arons Cousinen und Cousins rannten wie ein kleiner Tornado durch den Saal, es gab Musik, Lachen und natürlich unglaublich viel Essen. Aron war am Anfang völlig überwältigt von dem Lärm und den vielen Menschen, die ihn auf Albanisch begrüssten und in die Wangen kniffen. Er versteckte sich hinter meinem Bein und hielt Shqiponja fest umklammert. Der kleine Adler mit den abstehenden Federn war sein Schutzschild. Als wir abends völlig erschöpft nach Hause kamen, war das Einschlafritual unsere Rettung.

Wir haben die Nachttischlampe eingeschaltet, dieses warme, gemütliche Licht, das sofort signalisiert, dass der Tag vorbei ist. Ich habe das Smartphone genommen, das Foto von Shqiponja aufgerufen und eine neue Geschichte gestalten lassen. Märchenzauber gestaltete ein Abenteuer, in dem der Adler auf einem grossen Fest im Wald eingeladen war. Auch dort waren viele Tiere, es war laut und wuselig, genau wie bei unserer Feier. Shqiponja war anfangs schüchtern, genau wie Aron. Aber dann fand der Adler in der Geschichte einen ruhigen Platz auf einem hohen Ast, von dem aus er das Fest beobachten konnte, bis er sich traute, mitzufeiern.

Aron hat mit grossen Augen zugehört. Er hat sofort verstanden, dass der Adler genau das Gleiche gefühlt hat wie er. In diesem Moment war das Kuscheltier nicht nur ein Spielzeug, sondern ein echter Held, der ihm zeigte, dass es in Ordnung ist, manchmal Zeit zu brauchen. Genau solche Erlebnisse sind der Grund, warum ich so überzeugt von dieser Art des Vorlesens bin. Es geht nicht nur darum, eine schöne Geschichte zu hören. Es geht darum, dass Kinder ihre eigenen Emotionen durch ihr vertrautes Kuscheltier verarbeitet bekommen.

Das ist auch der Rat, den ich anderen Mamas immer wieder gebe, wenn wir am Spielplatz stehen und über den Spagat zwischen den Kulturen reden. Nehmt die Dinge, die euren Kindern Sicherheit geben, und macht sie stark. Ein Kuscheltier wie Shqiponja, das immer dabei ist, egal ob wir in Winterthur auf dem Spielplatz sind oder in Pristina die Verwandtschaft besuchen, ist ein unglaublicher Anker. Wenn dieses Kuscheltier dann abends in den Geschichten von Märchenzauber zum Helden wird, potenziert sich diese Sicherheit. Es ist eine Brücke, die wir gemeinsam bauen, jeden Abend ein kleines Stück mehr.

Drita Berisha

Drita Berisha

Winterthur

Drita, 31, Winterthur — Mama von Aron (4). Aufgewachsen zwischen zwei Kulturen, zu Hause in beiden.

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